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Feldkircher Alpe
Noch im Jahre 1900 wohnten in der 1100 m
hochgelegenen Streusiedlung, die rund 100 Hektar umfasste,
auf neun Höfen 37 Menschen. Diese Siedlung auf dem
Nenzinger Berg war viel mehr als die Talsiedlungen den ständigen
Besitzwechsel unterworfen. Das Alpgebäude nach der Renovierung im Jahr 2001.
Die sehr ungünstigen wirtschaftlichen und klimatischen
Verhältnisse, der weite Weg ins Tal, die teilweise
schlechte Wasserversorgung, die Offenheit der
Siedlungsraumes gegen Westwinde und Schneestürme und die
beträchtlichen Entfernungen zwischen den einzelnen Höfen
erschwerten das Leben und das wirtschaftliche Fortkommen der
Bergbewohner. Seit der ersten Hälfte des vorigen
Jahrhunderts war der Nenzinger Berg durch die Ansiedlung
vieler Familien, die an die Stelle der ausgestorbenen oder
abgewanderten Besitzer traten, besonders starken Veränderungen
ausgesetzt. Diese neu angekommenen Familien stammten meist
aus Walsersiedlungen.
Aufgrund der besseren Verdienstmöglichkeiten am Lande
und nicht zuletzt auch wegen der Schulfrage begann im Jahre
1923 die Auflösung der Siedlung und der allmähliche
Verkauf der Anwesen, welche von der Stadt Feldkirch erworben
wurden. Die Stadt und hier besonders der sehr agile Vizebürgermeister
Johannes Kühne plante aus dem Nenzingerberg eine städtische
Alpe zu machen. 1928 begann man mit dem Abbruch der
landwirtschaftlichen Anwesen und ab diesem Zeitpunkt trieben
die Feldkircher Landwirte ihr Vieh auf den Nenzinger Berg.
Die Verwaltung erfolgte durch die Stadt. Im Laufe der Jahre
wurde die Alpung jedoch immer schwieriger. Der zum
ordentlichen Betrieb notwendige Viehbesatz musste überall
zusammengelesen werden. Da es nicht mehr sinnvoll war, eine
Alpe in eigener Regie mit erheblichen Aufwand zu
bewirtschaften, und es nicht gelang, unter Feldkircher
Landwirten eine Pächtergemeinschaft zu bilden, wurde die
Alpe bis zum Jahre 1982 an den Bürserberger Landwirt Josef
Wehinger verpachtet. Seit dem Jahre 1982 ist die Alpe
Nenzinger Berg an die Agrargemeinschaft Nenzing verpachtet.
Als 1991 der Pachtvertrag ablief, wurde der Antrag an die
Stadtvertretung gestellt, neuerlich an die Agrargemeinschaft
zu verpachten, welche die zu Feldkirch gehörende Alpe den
Landwirten zur Verfügung stellt. Neben Vieh aus dem Walgau,
dem Liechtenstein und der Schweiz werden auch Vieheinheiten
aus Feldkirch aufgetrieben.
Fläche und Erneuerungen:
Die Gesamtfläche der Alpe beträgt 89 Hektar, davon sind rund
51 Hektar Weidefläche, 35 Hektar Wald und 3 Hektar
Mischgebiet. Bereits im Jahre 1974 war gemeinsam mit der
Agrargemeinschaft Nenzing die Weggenossenschaft „
Nenzingerberg-Parpfienz“ gebildet worden, um den Weg auf die
Alpe zu erschließen. Im Jahre 1987 wurde die Wasserleitung
von der Alpe Falschera zur Alpe neu gebaut. Im Jahre 2000 hat
sich die Stadt Feldkirch in Zusammenarbeit mit der
Agrargemeinschaft Nenzing entschlossen, zum Erhalt des Vermögens
und des Kulturgutes eine Sanierung des Alpgebäudes
vorzunehmen, was im darauffolgenden Jahr durchgeführt wurde.
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