Agrargemeinschaft
Nenzing

Forst

 

 

 

 

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4.1 Forst
4.2 Jagd
4.3 Alpen
4.4 Gebiet
4.5 Struktur Agrar
4.6 Publikationen

 

4.1.1 Geschichte Forst
4.1.2 Schutzwaldpreis

 

 

 

Einschlag und Hiebsatz | Holzabsatz und betriebswirtschaftliche Situation  Holznutzung bisher | Holznutzung im Wandel | Die forstliche Situation |

Einschlag und Hiebsatz

Der Hiebsatz des Wirtschaftsplanes 1935 betrug 4000 Erntefestmeter. Durch die Forstinventur 1987 ergab sich, dass bedeutende Mehrnutzungen möglich sind. Der derzeitige Hiebsatz beträgt ca. 6000 Erntefestmeter. Die Erhöhung des Hiebsatzes wurde durch die festgestellten Zuwachsverhältnisse, die verbesserte Erschließung und die Notwendigkeit des Vorratsabbaues von überstarkem und in hohem Ausmaß fäulegefährdeten Holz begründet.

Zum Einschlag ist zu bemerken, dass der Schadholzanteil in den letzten Jahren ständig zugenommen hat. Seit dem Jahre 1984 ist ein Schadholzanteil von durchschnittlich 70 % zu verzeichnen. Die Jahre ab 1990 waren durch extremen Windwurfholzanfall (13.000 Erntefestmeter) und laufend hohen Käferholzmengen in der Folge geprägt. Das durch Immissionsschäden anfallende Holz weist seit 1986 eine rücklaufende Entwicklung auf und liegt nun bei ca. 800 Erntefestmeter im Jahr.

Im langjährigen Durchschnitt besteht ca. ein Drittel des genutzten Holzes aus Brennholz. Diese hohe Anteil wird durch das hohe Alter der genutzten Bestände und die jahrhunderte lange Bodenrückung und Waldweide und die durch mit der Losholzabgabe verbundenen Verwendung von Nutzholz als Brennholz begründet. Der Brennholzanteil ist durch die laufende Umstellung der Nutzung auf Seilkranbringung mit besserer Sortierung und Brennholzzustellung durch den Betrieb rückläufig.

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Holzabsatz und betriebswirtschaftliche Situation

Im langjährigen Durchschnitt wurde zirka die Hälfte des Jahreseinschlages von 4000 Festmeter an die Mitglieder am Stock verlost. Dieses Holzbezugsrecht von derzeit 2,5 Festmeter Nutzholz bzw. 5,5 Raummeter Brennholz richtet sich seinem Umfange nach den wirtschaftlichen und waldbaulichen Gegebenheiten und ermöglichte früher das rasche Aufarbeiten von verstreut anfallendem Schadholz und eine Beschäftigung der früher bäuerlich dominierten Bevölkerung im Winter. Begründet durch die Änderung der Holzerntemethodik, der waldbaulichen und betriebswirtschaftlichen Vorstellungen wird eine Abkehr von der Holznutzung am Stock durch die Mitglieder angestrebt.

Die ungünstigen Rahmenbedingungen haben zur Folge, dass sich der betriebswirtschaftliche Erfolg wegen des verstreuten Holzanfalles, zum Teil schlechten Holzqualitäten und anhaltend niedrigen Holzpreises auf der einen Seite und gestiegenen Kosten auf der anderen Seite enorm verschlechtert hat und andere Erlöse, z.B. Jagdpachteinnahmen, Schotterverkäufe etc. zur Walderhaltung verwendet werden müssen. Die Ertragsuntersuchung der forstlichen Bundesversuchsanstalt weist massive Verluste bei der Bewirtschaftung des Waldes nach. Die Verbesserung der Vermarktungssituation kommt ist ein zentrales Anliegen der Verwaltung der Agrargemeinschaft.

Entwicklung der Holzpreise (beispielhaft Listenbauholz frei Säge) und relevanter Kosten und Preisindexentwicklungen (Daten Agrargemeinschaft Nenzing):

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Holznutzung bisher

 

Die Holzbringung in der Agrargemeinschaft Nenzing war bis in die jüngste Vergangenheit durch einen hohen Anteil der Bodenrückung (Sabelbringung in steilen Lagen) gekennzeichnet. Dies führte dazu, dass Bringungsschäden am verbleibenden Bestand und Erosion in unvertretbar hohem Ausmaß vorhanden sind. Bei der Holzauszeige der Losen musste relativ viel Nutzholz als Brennholz abgegeben werden. Durch die Art der Auszeige und Holzbringung konnte keine waldbaulich befriedigende Verjüngung eingeleitet werden. Die Schadholzaufarbeitung erfolgte oft zu spät, was zu Borkenkäferproblemen führte. In den vergangenen 20 Jahren ereigneten sich vermehrt Unfälle bei der Stocklosaufarbeitung, da die Nutzungsberechtigten immer weniger im Umgang mit Motorsäge und der fachgerechten Ausführung der Bodenlieferung vertraut waren.

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Holznutzung im Wandel

Durch die zur Zeit laufende Umstellung auf Seilkranrückung und die Abgabe von Brennholz in langem, gespaltenem oder gehacktem Zustand an die Nutzungsberechtigten (Losholz) und sonstigen Brennholzabnehmern kann das anfallende Nutzholz optimal vermarktet werden, da eine rigorose Sortierung möglich wird. Es besteht ein großer Bedarf nach vorgetrocknetem Brennholz in aufgearbeitetem Zustand.

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Die forstliche Situation

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Die Wälder der Agrargemeinschaft sind durchwegs sehr gut erschlossen und weisen sehr viel hiebsreifes Starkholz auf. Die Waldverjüngung konnte jedoch wegen starken Schalenwildbelastung auf der gesamten Fläche in den vergangenen Jahrzehnten und der zu kleinflächigen und ungenügenden Nutzung im Bergmischwald nicht aufkommen. Dadurch besteht die dringende Notwendigkeit, nach der in den letzten 20 Jahren erfolgten Reduzierung des Wildbestandes, die Wälder der Agrargemeinschaft auf der gesamten Fläche zu verjüngen. Dies wird in den meisten Fällen durch die gruppenweise und schlitzweisen Entnahme von starken Bäumen und schlechtgewachsenen Individuen durchzuführen sein. In stark verunkrauteten Bereichen werden größere Eingriffe notwendig werden, wobei künstlich aufgeforstet werden muss. Eine verstärkte Holznutzung im Rahmen des nunmehr erhöhten Hiebsatzes führt zur Bereitstellung des nachhaltigen Rohstoffes Holz, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Sicherung der Stabilität unserer Schutzwälder. Der Zuwachs des Holzes kann ausreichend verwertet werden, und die mögliche Wertschöpfung wird nicht wie bisher durch Fäulnis und Verminderung der Holzqualität durch zu starke Dimensionen und Alter wieder reduziert.

Durchmesserverteilung:

 

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Die Agrargemeinschaft Nenzing besteht aus drei Nutzungsgebieten, in denen die Berechtigten seit geschichtlicher Zeit die Alpung, die Aunutzung und den Holzbezug in ganz bestimmten Ortsbereichen ausgeübt haben und dies nach den Statuten der Agrargemeinschaft auch heute noch tun. Die Flächen sind ausgezeichnet arrondiert.

Die Wälder der Agrargemeinschaft sind durch einen hohen Anteil von Flächen mit ausgesprochener Steilheit, schlechter Begehbarkeit und Rutschgefährdung geprägt. Aus diesem Grund ist auch der Schutzwaldanteil sehr hoch. Durch die ausreichende Erschließung kann jedoch mittels Seilkran eine angepasste Waldbewirtschaftung ohne größere Probleme durchgeführt werden. Die rasche Wiederverjüngung der genutzten Flächen und die Verjüngung unter dem Schirm der Altbäume mittels Naturanflug ist jedoch eine unabdingbare Grundlage der Waldbewirtschaftung. Die Erschließung konnte in der Zeit seit der Gründung der Agrargemeinschaft in ausreichendem Ausmaß ausgebaut werden. Die Agrargemeinschaft hat heute Weganlagen im Umfang von 183 km. Die Erschließungsdichte im bewirtschafteten Wald beträgt ca. 40 lfm/ha.

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Neigungsstufen:

1 kleiner 20 %

2 = 21-40 %

3 = 41-60 %

4 größer 60 %  

 

Die Waldflächen der Agrargemeinschaft liegen meistens in Neigungsbereichen, die eine Seilkranbringung nahelegen.

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Geländeverhältnisse:

1 gleichförmiges Gelände ohne besondere Bodenunebenheiten, ohne größere Nassstellen und ohne Unterwuchs

2 gleichförmiges Gelände mit Bodenunebenheiten und leichten Geländestufen oder mit größeren Nassstellen oder mit leichtem Unterwuchs

3 ungleichförmiges Gelände mit Runsen und Quergräben; Gelände mit zahlreichen Steinblöcken oder versumpftes Gelände oder mit starkem Unterwuchs

4 stark ungleichförmiges Gelände mit überwiegend großen Bodenunebenheiten oder mit Fels und Geröll am Lieferweg

Durch die ungünstigen Bodenverhältnisse wird ebenfalls die Umstellung der Bodenbringung auf gemeinschaftliche Seilkrannutzung begründet.

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Hackschnitzelanlage beim Verwaltungsgebäude

Heimische und erneuerbare Holzenergie zu verwenden ist für einen Forstbetrieb wie der Agrargemeinschaft Nenzing natürlich naheliegend. Die Holzenergie ist zweifelsohne einer der umweltfreundlichsten Energieträger und durch seine CO2-Neutralität leistet Holz einen wesentlichen Beitrag gegen den Treibhauseffekt. Die Ölheizung wurde durch eine Hackschnitzelheizung ersetzt

 

 

 

 

©Agrargemeinschaft Nenzing, Am Platz 10, 6710 Nenzing Tel: *43 (0) 5525 62144 verwaltung@agrar-nenzing.at