Der Hiebsatz des Wirtschaftsplanes 1935
betrug 4000 Erntefestmeter. Durch die Forstinventur 1987 ergab sich,
dass bedeutende Mehrnutzungen möglich sind. Der derzeitige Hiebsatz
beträgt ca. 6000 Erntefestmeter. Die Erhöhung des Hiebsatzes wurde
durch die festgestellten Zuwachsverhältnisse, die verbesserte Erschließung
und die Notwendigkeit des Vorratsabbaues von überstarkem und in hohem
Ausmaß fäulegefährdeten Holz begründet.
Zum Einschlag ist zu bemerken, dass der
Schadholzanteil in den letzten Jahren ständig zugenommen hat. Seit dem
Jahre 1984 ist ein Schadholzanteil von durchschnittlich 70 % zu
verzeichnen. Die Jahre ab 1990 waren durch extremen Windwurfholzanfall
(13.000 Erntefestmeter) und laufend hohen Käferholzmengen in der Folge
geprägt. Das durch Immissionsschäden anfallende Holz weist seit 1986
eine rücklaufende Entwicklung auf und liegt nun bei ca. 800
Erntefestmeter im Jahr.
Im langjährigen Durchschnitt besteht ca.
ein Drittel des genutzten Holzes aus Brennholz. Diese hohe Anteil wird
durch das hohe Alter der genutzten Bestände und die jahrhunderte lange
Bodenrückung und Waldweide und die durch mit der Losholzabgabe
verbundenen Verwendung von Nutzholz als Brennholz begründet. Der
Brennholzanteil ist durch die laufende Umstellung der Nutzung auf
Seilkranbringung mit besserer Sortierung und Brennholzzustellung durch
den Betrieb rückläufig.

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Im langjährigen Durchschnitt wurde zirka
die Hälfte des Jahreseinschlages von 4000 Festmeter an die Mitglieder
am Stock verlost. Dieses Holzbezugsrecht von derzeit 2,5 Festmeter
Nutzholz bzw. 5,5 Raummeter Brennholz richtet sich seinem Umfange nach
den wirtschaftlichen und waldbaulichen Gegebenheiten und ermöglichte früher
das rasche Aufarbeiten von verstreut anfallendem Schadholz und eine
Beschäftigung der früher bäuerlich dominierten Bevölkerung im
Winter. Begründet durch die Änderung der Holzerntemethodik, der
waldbaulichen und betriebswirtschaftlichen Vorstellungen wird eine
Abkehr von der Holznutzung am Stock durch die Mitglieder angestrebt.
Die ungünstigen Rahmenbedingungen haben
zur Folge, dass sich der betriebswirtschaftliche Erfolg wegen des
verstreuten Holzanfalles, zum Teil schlechten Holzqualitäten und
anhaltend niedrigen Holzpreises auf der einen Seite und gestiegenen
Kosten auf der anderen Seite enorm verschlechtert hat und andere Erlöse,
z.B. Jagdpachteinnahmen, Schotterverkäufe etc. zur Walderhaltung
verwendet werden müssen. Die Ertragsuntersuchung der forstlichen
Bundesversuchsanstalt weist massive Verluste bei der Bewirtschaftung des
Waldes nach. Die Verbesserung der Vermarktungssituation kommt ist ein
zentrales Anliegen der Verwaltung der Agrargemeinschaft.
Entwicklung der Holzpreise (beispielhaft
Listenbauholz frei Säge) und relevanter Kosten und
Preisindexentwicklungen (Daten Agrargemeinschaft Nenzing):

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Die Holzbringung in der Agrargemeinschaft
Nenzing war bis in die jüngste Vergangenheit durch einen hohen Anteil
der Bodenrückung (Sabelbringung in steilen Lagen) gekennzeichnet. Dies
führte dazu, dass Bringungsschäden am verbleibenden Bestand und
Erosion in unvertretbar hohem Ausmaß vorhanden sind. Bei der
Holzauszeige der Losen musste relativ viel Nutzholz als Brennholz
abgegeben werden. Durch die Art der Auszeige und Holzbringung konnte
keine waldbaulich befriedigende Verjüngung eingeleitet werden. Die
Schadholzaufarbeitung erfolgte oft zu spät, was zu Borkenkäferproblemen
führte. In den vergangenen 20 Jahren ereigneten sich vermehrt Unfälle
bei der Stocklosaufarbeitung, da die Nutzungsberechtigten immer weniger
im Umgang mit Motorsäge und der fachgerechten Ausführung der
Bodenlieferung vertraut waren.
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Durch die zur Zeit laufende Umstellung auf
Seilkranrückung und die Abgabe von Brennholz in langem, gespaltenem
oder gehacktem Zustand an die Nutzungsberechtigten (Losholz) und
sonstigen Brennholzabnehmern kann das anfallende Nutzholz optimal
vermarktet werden, da eine rigorose Sortierung möglich wird. Es besteht
ein großer Bedarf nach vorgetrocknetem Brennholz in aufgearbeitetem
Zustand.
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Die Wälder der
Agrargemeinschaft sind durchwegs sehr gut erschlossen und weisen sehr
viel hiebsreifes Starkholz auf. Die Waldverjüngung konnte jedoch wegen
starken Schalenwildbelastung auf der gesamten Fläche in den vergangenen
Jahrzehnten und der zu kleinflächigen und ungenügenden Nutzung im
Bergmischwald nicht aufkommen. Dadurch besteht die dringende
Notwendigkeit, nach der in den letzten 20 Jahren erfolgten Reduzierung
des Wildbestandes, die Wälder der Agrargemeinschaft auf der gesamten Fläche
zu verjüngen. Dies wird in den meisten Fällen durch die gruppenweise
und schlitzweisen Entnahme von starken Bäumen und schlechtgewachsenen
Individuen durchzuführen sein. In stark verunkrauteten Bereichen werden
größere Eingriffe notwendig werden, wobei künstlich aufgeforstet
werden muss. Eine verstärkte Holznutzung im Rahmen des nunmehr erhöhten
Hiebsatzes führt zur Bereitstellung des nachhaltigen Rohstoffes Holz,
zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Sicherung der Stabilität
unserer Schutzwälder. Der Zuwachs des Holzes kann ausreichend verwertet
werden, und die mögliche Wertschöpfung wird nicht wie bisher durch Fäulnis
und Verminderung der Holzqualität durch zu starke Dimensionen und Alter
wieder reduziert.
Durchmesserverteilung:

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Die Agrargemeinschaft
Nenzing besteht aus drei Nutzungsgebieten, in denen die Berechtigten
seit geschichtlicher Zeit die Alpung, die Aunutzung und den Holzbezug in
ganz bestimmten Ortsbereichen ausgeübt haben und dies nach den Statuten
der Agrargemeinschaft auch heute noch tun. Die Flächen sind
ausgezeichnet arrondiert.
Die Wälder der
Agrargemeinschaft sind durch einen hohen Anteil von Flächen mit
ausgesprochener Steilheit, schlechter Begehbarkeit und Rutschgefährdung
geprägt. Aus diesem Grund ist auch der Schutzwaldanteil sehr hoch.
Durch die ausreichende Erschließung kann jedoch mittels Seilkran eine
angepasste Waldbewirtschaftung ohne größere Probleme durchgeführt
werden. Die rasche Wiederverjüngung der genutzten Flächen und die Verjüngung
unter dem Schirm der Altbäume mittels Naturanflug ist jedoch eine
unabdingbare Grundlage der Waldbewirtschaftung. Die Erschließung konnte
in der Zeit seit der Gründung der Agrargemeinschaft in ausreichendem
Ausmaß ausgebaut werden. Die Agrargemeinschaft hat heute Weganlagen im
Umfang von 183 km. Die Erschließungsdichte im bewirtschafteten Wald
beträgt ca. 40 lfm/ha.
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1 kleiner 20 %
2 = 21-40 %
3 = 41-60 %
4 größer 60 %

Die Waldflächen der
Agrargemeinschaft liegen meistens in Neigungsbereichen, die eine
Seilkranbringung nahelegen.
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1 gleichförmiges Gelände ohne besondere
Bodenunebenheiten, ohne größere Nassstellen und ohne Unterwuchs
2 gleichförmiges Gelände mit
Bodenunebenheiten und leichten Geländestufen oder mit größeren
Nassstellen oder mit leichtem Unterwuchs
3 ungleichförmiges Gelände mit Runsen und
Quergräben; Gelände mit zahlreichen Steinblöcken oder versumpftes Gelände
oder mit starkem Unterwuchs
4 stark ungleichförmiges Gelände mit überwiegend
großen Bodenunebenheiten oder mit Fels und Geröll am Lieferweg
Durch
die ungünstigen Bodenverhältnisse wird ebenfalls die Umstellung der
Bodenbringung auf gemeinschaftliche Seilkrannutzung begründet.
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Heimische und erneuerbare Holzenergie zu verwenden ist für
einen Forstbetrieb wie der Agrargemeinschaft Nenzing natürlich
naheliegend. Die Holzenergie ist zweifelsohne einer der
umweltfreundlichsten Energieträger und durch seine CO2-Neutralität
leistet Holz einen wesentlichen Beitrag gegen den Treibhauseffekt. Die
Ölheizung wurde durch eine Hackschnitzelheizung ersetzt.
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